Lohnt sich Giverny?
Warum ja
Weil man genau das sieht, was Monet gemalt hat – und zwar an dem Ort, an dem er es gemalt hat. Der Wassergarten mit der grünen japanischen Brücke, den Weiden und dem Teich ist das Motiv von etwa 250 Gemälden der *Seerosen*, die zwischen 1897 und 1926 entstanden sind. Der *Clos Normand* ist ein Maler-Garten, komponiert für die Farbe, mit über hundert Sorten, die sich von April bis Oktober ablösen. Das Haus mit seinem gelben Esszimmer, der blauen Küche und den 243 japanischen Drucken wurde so wiederhergestellt, wie es die Familie hinterlassen hat. Rund 750.000 Menschen besuchten Giverny 2023 – damit ist es nach dem Mont-Saint-Michel die zweitbeliebteste Sehenswürdigkeit der Normandie. Diese Besucherzahlen sagen zweierlei: Es lohnt sich hinzufahren, und man ist nicht allein.
Was ich meinen Gruppen ehrlich sage
Das Haus ist klein. Man geht im Gänsemarsch von Raum zu Raum, und um 13 Uhr im Juli beginnt die Schlange draußen. Einmal draußen, gibt es kein Zurück – man kann also nicht zum Mittagessen gehen und wiederkommen. Picknicken ist auf dem Gelände verboten. Der Besuch dauert 1,5 bis 2 Stunden, und wenn man den Teich in zwei verschiedenen Lichtsituationen gesehen hat, hat man das Wesentliche erlebt. Die häufigste Enttäuschung, auf die ich stoße, liegt übrigens in einem einzigen Missverständnis: „Monets Seerosen“. Die Pflanzen blühen von Ende Juni bis September; die Gemälde hängen in Paris, im Musée de l’Orangerie und im Musée Marmottan. Siehe Wo sich Monets Seerosen befinden.
Für wen es sich nicht lohnt
Für alle, die nur zwischen 11 und 16 Uhr an einem Wochenende von Mitte Mai bis Ende August kommen können und Wartezeiten schlecht vertragen. Für diejenigen, die vor allem Monet als Maler erleben wollen: Die Orangerie in Paris zeigt die acht großen Panels in zwei ovalen Sälen und ist in einer Stunde besichtigt. Für Rollstuhlfahrer, die das Hausinnere sehen möchten: Es ist nicht barrierefrei, siehe Barrierefreiheit. Und für Kinder unter sechs Jahren, denen zwar der Garten gefällt, nicht aber die Schlange vor dem Haus.
Wie Sie das Beste daraus machen
Drei Stellschrauben. Der Monat: von Ende April bis Mitte Oktober, je nach Blütezeit – Details finden Sie unter die beste Reisezeit. Die Uhrzeit: 10 Uhr mit einem Zeitfenster-Ticket oder nach 16 Uhr. Die Organisation: Wenn Sie mit dem Zug anreisen, bietet die geführte Besichtigung vor Ort einen Guide auf Französisch, Skip-the-Line-Zugang und maximal zehn Personen; wenn Sie lieber nichts planen möchten, ist der Halbtagesausflug ab Paris inklusive Eintritt – allerdings mit dem Nachteil, dass Sie mit den anderen Bussen ankommen. Alle Optionen sind auf der Seite mit den Führungen verglichen. Ergänzen Sie den Spaziergang zum Grab Monets auf dem Friedhof von Sainte-Radegonde, zehn Minuten entfernt – die meisten Besucher vergessen das.
Wenn Sie zwischen Giverny und Versailles mit nur einem Tag schwanken: Die Kombi-Tour lässt Ihnen etwa drei Stunden für Giverny und doppelt so viel für Versailles. Fast alle Bewertungen sagen dasselbe: Sie hätten es umgekehrt machen sollen.
Häufige Fragen
Lohnt sich der Ausflug von Paris nach Giverny?
Ja, von Ende April bis Mitte Oktober, zur Öffnung oder nach 16 Uhr. Die Anreise ist kurz: 45 Minuten mit dem Zug, dann 15 Minuten mit dem Shuttle, oder 75 Minuten mit dem Reisebus bei einer Tagesfahrt ab Paris.
Lohnt sich Giverny im April?
Für Tulpen, Narzissen und ein noch ruhiges Gelände: ja. Für die Seerosen: nein, sie blühen erst von Ende Juni bis September. Siehe Blütezeit der Seerosen.
Lohnt sich Giverny mit Kindern?
Die Gärten: ja; das Haus mit der Warteschlange: weniger. Die private Führung wird für Kinder unter sechs Jahren nicht empfohlen, und das Picknick findet außerhalb des Geländes statt.
Was ist besser: Giverny oder die Orangerie?
Das sind zwei verschiedene Dinge: Giverny zeigt den Garten und das Haus, die Orangerie die Gemälde. Ideal ist beides – die Orangerie in Paris am Vortag oder am nächsten Tag. Siehe Wo sich die Seerosen befinden.
Braucht man in Giverny einen Guide?
Nicht zwingend, aber hilfreich: Mehrere Bewertungen sagen, sie hätten viel mehr mitgenommen als bei einem Besuch auf eigene Faust. Die verschiedenen Optionen sind auf alle Führungen verglichen.